Ein neues Mitglied in der Modellautosammlung ist eingetroffen. Ein LRP Shark 18 Monster Nitro. Im Prinzip die Weiterentwicklung vom Shark 18 zum Shark 18 Monster, der etwas längere Schwingen sowie generell etwas breiter ist. Die Steigerung vom Elektro Shark 18 Monster ist die Nitro Version. Dazu kommt ein eigens entwickelter kleiner Verbrennungsmotor von LRP ins Chasis und ein kleiner Tank. Zur Stromversorgung werden nun nur mehr 4 AAA Zellen benötigt.
Alles in allem ein gelungenes Modell das LRP hier auf den Markt gebracht hat. Als erstes viel mein Blick auf die Anleitung, die ausführlich den Aufbau des Fahrzeugs beschreibt, auch wenn man es bereits fertig aufgebaut aus der Schachtel holt. Aber gerade bei späteren Reparaturen ist es doch ganz nützlich, wenn man sieht, wie alles schritt für schritt zusammengesetzt wird.
Für den Motor ist auch eine Anleitung dabei, dabei wird von 0,65Ps gesprochen, was mir persönlich sehr viel vorkommt - wird wohl Zeit das ich mir einen Leistungsprüfstand baue. Bei den ersten Fahrtests konnte er aber auf jeden Fall überzeugen. Ausreichend Leistung für diese Modellgröße.
Nun zum ersten Starten des Shark 18 Monster Nitro Motors. Die Hauptdüsennadel habe ich ein bisschen herausgedreht. Anschließend gleich die Kerze entfernt und mit dem Glühstift überprüft, ob sowohl Kerze als auch Glühstift fit sind. Als nächstes habe ich den Treibstoff eingefüllt, den Druckschlauch vom Auspuff abgezogen und sanft hineingeblasen, bis der Schlauch zum Vergaser voll war. Anschließend 5-6x am Seilzug ziehen, damit überflüssiger Sprit herauskommt. Dann die Kerze wieder hineinschrauben, den Kupferring dabei nicht vergessen und den Kerzenstecker aufstecken.
Nun waren nur 4-5 schnelle Züge notwendig und der Motor lief. Das ganze habe ich mit ca. halboffenere Vergaseröffnung gemacht, mit ausgeschaltener Fernbedienung. Nun gilt es, die Drehzahl zu verringern, der Motor muß sich jetzt erst einschleifen. Dazu schliest man nicht den Vergaser, sondern öffnet langsam die Hauptdüsennadel. Dadurch kommt immer mehr Sprit und damit auch Öl in den Motor, Drehzahl und Temperatur fällt ab. Dann wieder mehr Gas, Düsennadel raus, solange bis der Motor mit vollständig offenen Vergaser knapp über dem normalen Leerlauf läuft.
Kurz vor Ende des Tanks heißt es nachtanken - oder sicherheitshalber den Motor abstellen, da er später durch die Luftblasen in der Spritleitung schnell hochdrehen würde - und dass wollen wir dem neuen Motor nicht zumuten. Nun einfach nachtanken und nochmal starten, mit offenem Vergaser, normalerweise sprint er sofort wieder an. Falls nicht, die Düsennadel wieder etwas hineinschrauben (Motor wird magerer) und starten. Sobald er läuft, wieder auf einen langsamen Lauf bei vollständig offenem Vergaser einstellen.
Ab den dritten Tank kann man beginnen zu fahren. Dabei sollte man besonders als Anfänger auf eine ausreichend große Fläche achten. Nicht vergessen, vorher noch die Fernsteuerung zu überprüfen - speziell die Reichweite, ansonsten kann man die eine oder andere Überraschung erleben. Nun beginnt man, mit gleichmäßigem Gas große Kreise zu ziehen. Auch hier immer wieder mal stehen bleiben und die Temperatur des Motors prüfen. Dazu (falls man kein Thermometer hat) einfach etwas Speichel auf den Kühlkopf mit dem Finger geben, wenn der nicht sofort verdampft, ist alles in Ordnung. Nun kann man auch beginnen, den Düsennadel etwas hineinzuschrauben - dadurch wird der Motor spritziger. Nach weiteren 2-3 Tanks sollte der Motor nahe an seinen Betriebsparametern sein. Immer darauf achten, dass man nicht zu mager wird, es sollte immer eine Rauffahnen bei Vollgas zu sehen sein.
Das Fahren selbst hat richtig dann richtig Spaß gemacht. Nachdem der Motor nun gut eingelaufen war, ließ ich Benni die ersten Einfahrrunden machen. Schließlich ist er zumindest Anfangs immer noch ein bisschen vorsichtiger als ich. Dann wieder auftanken, und nochmal raus. Perfektes Jännerwetter ohne Schnee, was will man mehr ;-). Schließlich bin ich auch noch ein paar Runden gefahren und habs dann wohl wieder mal übertrieben - echte Materialtests halt... Aber kurz ging er schon richtig gut.
Schlußendlich noch zu den Problemen die bei mir aufgetreten sind: Die Lenkung war sehr schwergängig, zuerst dachte ich, eine Schraube sei zu fest angezogen, allerdings stellte sich dann heraus, das eine der beiden Lenkhebelstützen klemmte. Bei der Demotage stellte sich heraus, dass hier anscheinend ein Produktionsfehler vorlag. Entweder hat sich ein Spann verklemmt oder die Passung war zu knapp. Nach vorsichtigem Proxxon Einsatz funktionierte auch diese Stütze korrekt - also kein großes Drama.
Dann bin ich mit niedriger Geschwindigkeit mit einer Schneestange kollidiert, und sofort ist eine der vorderen Dämpferschrauben abgebrochen. Kein Wunder, werden die vorderen Dämpfer doch von M2 Schrauben fixiert, mit einer ca. 7mm langen Kunststoffabstandshülse. Da wird die Schraube zu einer Sollbruchstelle. Andererseits ist das auch nicht schlecht, dadurch geht der billigste Teil in der Kette kaputt.
Und schlussendlich, bei hoher Geschwindigkeit in der Wiese ist dann auch noch ein Antriebsknochen abgebrochen - aber damit haben wir ja schon gerechnet - wo rohe Kräfte ... ich bin halt ein grober Fahrer. Hoffentlich bekommt LRP bald die Tuningteile aus Metall produziert.