Alu gießen


Die E-Zilla C-Hubs sind mittlerweile bekannt. Unabhängig davon habe ich schon viele Berichte zum gießen von Metallen, speziell Aluminium gefunden. Also 1 und 1 zusammenzählen, ein selbst gemachter E-Zilla Alu C-Hub wäre genial.
Die meisten Anleitungen zum Alu schmelzen und gießen beinhalten Kohleöfen und Formsand. Beides hatte ich nicht. Aber dafür 2 Lötlampen - je 1200°C Maximum. Für den Formenbau habe ich Gips gewählt.
Das Abformen der C-Hubs ist aufwendig, die es Unmengen an Kanten und Winkel gibt. Die beste Variante dürfte wohl eine 2 teilige Form mit schrägen Seitenflächen sein. Dadurch kann man den C-Hub auch wieder ausformen (wäre ja sinnvoll wenn man in die Form Alu gießen möchte...).

2-teilige-form.jpg
Damit das ganze nicht in der Gipsform kleben bleibt habe ich den C-Hub komplett mit Wachs eingestrichen. Anschließend den Gips anrühren, den C-Hub gegen vollständiges versinken sichern und im Gips versenken. Nachdem der Gips etwas angehärtet ist, aus der Kunststoffform herausnehmen und gleich die Schräge schneiden - denn solange der Gips noch nicht ganz durchgehärtet ist klappt es noch am leichtesten. Auf jeden Fall sollte man nicht versuchen, gleich den C-Hub aus der Form zu bekommen, der Gips ist noch viel zu weich und brüchig. Also erst mal etwas härten lassen, am besten über Nacht.
Anschließend wird die Form vorsichtig erwärmt - ich habe dazu einen billigen Tischbackofen vom Hofer (Aldi) für unter 20 Eur erstanden. Dadurch wird das Wachs am C-Hub weich, und der C-Hub lässt sich einfach ausformen. Nun habe ich die erste Formhälfte gut geputzt, anschließend habe ich den C-Hub wieder eingesetzt und die gesamte Trennfläche mit Wachs bestrichen. Dass dies am Anfang grob aussieht, ist kein Problem, einfach mit einem Heißluftfon kurz drüberblassen, und schon ist alles wieder glatt und ordentlich. Nun wird der C-Hub wieder in die Form eingesetzt, und mit Gips voll gegossen. Wer will, kann hier bereits die Steiger und Eingussöffnung vorsehen, diese lassen sich aber auch problemlos nachher bohren.
Nun kommt wieder das gleiche Spiel, die Form wird erwärmt, bis das Wachs an der Trennfläche flüssig wird, dann kann man die Formhälften vorsichtig auseinander ziehen. Jetzt gleich die Steigerlöcher bzw. die Gussöffnung einbauen und anschließend die Form für 1 Stunde mit 100°C ins Rohr, hier schmilzt das Wachs aus, anschließend die Wachsreste entfernen und noch mal 1-2 Stunden durchtrocknen (150-200°C). Die Formen werden dabei ganz leicht und hart. Für den Guss habe die die Formen mit Kupferdraht zusammengebunden (1,5mm²) und oben zwei Ösen gebogen. Anschließend habe ich das ganze wieder in den Minigrill geschoben und auf maximale Temperatur aufgeheizt. Die Form habe ich erwärmt, weil ich mir beim Guss bessere Ergebnisse versprach, wenn das Aluminium beim einfließen nicht so stark abgekühlt wird.
Etwas später begann ich das Aluminium zu schmelzen, dabei ist es sinnvoll, nur soviel zu schmelzen wie man benötigt - dass ist natürlich speziell beim ersten Versuch schwierig abzuschätzen - ich hab sicher 2x soviel gehabt wie nötig.

alu-schmelzen.jpg
Nun heißt es Geduld haben, es dauert sicher 10min bis das Aluminium schmilzt. Dafür steht eine Lötlampe (heißt sozusagen von unten) und die zweite halte ich selbst und heiße direkt von oben. Als Schmelztiegel nutze ich einen alten Schöpfer (Aufpassen das der nicht aus Alu ist - wurde früher gerne gemacht). Dann, wenn alles anfängt zu schmelzen kommt irgendwie Bleigießstimmung auf... ;-). Das Alu muss nun noch weiter erhitzt werden, schließlich soll es ja nicht gleich aushärten wenn man in die Form gießt. Nun braucht man eine dritte Hand, mit einem Schraubenzieher oder ähnlichem holt man die nun ebenfalls sehr heiße Form aus dem Ofen (die ist jetzt auch gut durchgetrocknet) und stellt sie auf eine Feuerfeste Unterlage (altes Backblech). Nun zügig das flüssige Alu eingießen, dass geht dank des Schöpfers recht gut.

guss.jpg

Ich war gleich furchtbar enttäuscht, weil nicht wirklich viel in die Form geronnen ist und ein Riesentropfen oben auf blieb. Naja, egal, war ja nur der erste Versuch. Als bin ich Fernsehen gegangen, schließlich war die Form ziemlich heiß. Eine Stunde später ging ich das Werk begutachten. Und da stellte sich heraus, dass die Formen nicht mehr auseinander gingen - also schien doch mehr als gedacht hinein geronnen sein. Also begann ich die Form zu zerschlagen und war total positiv vom Ergebnis überrascht - es war fast perfekt.
Nur oben, neben den Lagersitzen war wohl die Oberflächenspannung des Alus zu stark oder die Schmelze zu kalt um die schmalen Stege sauber auszufüllen, aber der Rest war wirklich perfekt. Nur die Grate waren abzufeilen, die notwendigen Bohrungen zu setzen und die Lagersitze mit dem Proxxon auszufräsen. Die Passgenauigkeit ist perfekt geworden, alle Maße stimmen genau.

guss-oben.jpg

guss-unten.jpg


Als nächstes werde ich wohl einiges Ändern, den C-Hub werde ich sauber verspachteln damit die schmalen Stege gerade werden. Auch werde ich die Oberfläche nachschleifen, damit das Abformen leichter geht. Und, ich werde versuchen, C-Hubs aus Wachs zu gießen, da ich hoffe, diese Ausformen zu können, ohne die Form zu beschädigen. Eventuell mache ich mir dafür auch eine Polyesterform.
Die Wachsformen kann man dann komplett in Gips eingießen und anschließend einfach ausschmelzen. Dadurch geht die Originalform nach dem Metallguss nicht mehr kaputt.



(c) Schoeppl.info - Last modified: 23.11.2006