Gießen in der verlorenen Form
Der Bau mehrteiliger Formen ist extrem aufwändig und zeitintensiv. Da ist es umso ärgerlicher, wenn man die Form (in meinem Fall aus Gips) nur 1x verwenden kann.
Auf der Suche nach Alternativen bin ich auf dass gießen in der verlorenen Form gestoßen. Dabei wird in der Industrie ein Styroporkörper erstellt, komplett in Formsand eingebettet und anschließend direkt in das Styropor gegossen. Das Styropor verdampft und die Schmelze füllt den Hohlraum aus.
Natürlich wäre das mit Heimmitteln auch nicht einfach, deswegen bin ich den Umweg über Wachsmodelle gegangen. Dazu wird die zweiteilige Gipsform mit Wachs ausgegossen. Nach dem auskühlen muß der Anguss abgeschnitten werden, daraufhin können die Formen getrennt werden und das Wachsmodell entnommen werden.

Nun kann man eventuell abgebrochene Teile wieder angefügt werden (geht super mit einem heißen Draht - Kerzenflamme) oder einem regelbaren Lötkolben bei 160°C. Weiters kann man Grate die durch die Form bedingt sind, ganz einfach entfernen.

Nun klebt man noch einen Wachstrichter dort auf, wo man eingießen möchte. Auf die Arme steckt man dann noch Stahldrahtstücke auf (1mm, auch kurz erhitzen). Diese dienen zur späteren Entlüftung der Form, da sich sonst Gasblasen bilden und die Form nicht perfekt gefüllt wird.
Dieses Gebilde gießt man dann komplett in Gips ein (eventuell vorher eine Grundebene gießen) und aushärten lassen. Dann die Stahlstifte herausziehen und die Form bei ca. 100°C ausschmelzen. Nun hat man eine perfekte "Verlorene Form".
Das Gießen geht wie sonst auch, nach dem Härten wird die Form zerschlagen - fertig.

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(c) Schoeppl.info - Last modified: 23.11.2006
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