Wer kennt Sie nicht, die beeindruckenden Fotos von Früchten oder Gegenständen die ins Wasser fallen und dabei das Wasser wie Eis festhalten? Wie macht man das wohl hat sich sicher der eine oder andere gefragt. Mit besonders schnellen Kameras? Mit aufwendigen Gerätschaften die man als normalsterblicher nicht bekommt? Ganz falsch, das ganze funktioniert überraschend einfach. Alles was man benötigt, ist eine Kamera deren Belichtung man auf Manuell stellen kann und dort ca. 2 Sekunden einstellt. Richtig, die Kamera muß nicht schnell, sondern langsam für die Hochgeschwindigkeitsphotographie sein.
Und, man benötigt einen schnellen Blitz. Der Blitz darf rühig von der billigsten Sorte sein, schließlich müssen wir dort eine Kleinigkeit umbauen. Ich habe einen C20 verwendet, der ist superbillig und ganz einfach umzubauen. Allerdings, bevor man den Blitz öffnet, sollte man sich darüber im klaren sein, dass der Kondensator im inneren eine tötlich hohe Spannung/Ladung enthalten kann. Also, unbedingt den Blitz ein paar Tage ohne Batterien lagern, dann sollte die Selbstentladung den Kondensator ungefährlich gemacht haben. Trotzdem, lieber vorher nochmal den Kondensator messen und entladen, dann kann nichts schiefgehen. Wenn man nicht weiß, wie ein Kondensator aussieht, dann seht bitte von diesem Projekt ab.
Nun gilt es, den LDR durch eine Drahtbrücke oder einen niederohmigen Widerstand zu ersetzten - dadurch glaubt die Automatikelektronik später, bereits sehr viel Licht empfangen zu haben, und löscht den Blitz wieder.
Nach diesem Umbau sind wir auch schon fertig, der Blitz kann zusammengebaut werden und ist für die Highspeedfotographie einsetzbar.
Wie gehts jetzt weiter? Nun, hier stellt sich die Frage, ob man einen einfachen, oder professionellen Weg gehen will.
Einfache Hochgeschwindigkeitsaufnahme:
Der Kameraauslöser wird betätigt (das Zimmer wird vorher abgedunkelt - ohne Blitz sollte nur ein ganz dunkles Bild aufgenommen werden) und während der Verschluss offen ist, muß mit entsprechendem Timing der Blitz ausgelöst werden. Das klingt einfach und auch kompliziert, wenn man das aber ein paar mal übt, schafft man es durchaus, den Blitz im richtigen Timing auszulösen.
Professionelle Hochgeschwindigkeitsphotographie:
Man baut sich eine kleine Elektronik, mit der man den Blitz nach einem bestimmen Ereignis nach einer bestimmten Zeit auslöst. Als mögliche Trigger kommen Lichtschranken, Mikrofone, Schalter, Kontakte - einfach alles was einen Puls auslösen kann in Frage. Diese Elektronik löst nun nach einer einstellbaren Zeit den Blitz aus. Dadurch hat man ein wirklich gut reproduzierbares Ergebnis.